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Hexapoden im Dornröschenschlaf

von Diane am 02. Januar, 22:12 Uhr

Die meisten Insekten überwintern im Energiesparmodus, das heißt, sie fahren ihre Körperfunktionen herunter und harren aus. Als wechselwarme Tiere können sie sich bei niedrigen Temperaturen ohnehin kaum bis gar nicht bewegen. Entsprechend nehmen sie auch keine Nahrung zu sich. Um trotz aller Tricks, die die Evolution ihnen beschert hat, bei besonders tiefen Temperaturen nicht zu erfrieren, ziehen sie sich in z.B. Laub- oder Komposthaufen, Altgrasbüschel, alte Pflanzenstengel, zwischen Steinen und Brennholzhaufen oder allerlei sonstigen Spalten zurück. Hauptsache frostfrei und geschützt vor Fressfeinden.

Viele Wildbienenarten überwintern in ihrer Kinderstube. Nach der Entwicklung vom Ei zur Larve und schließlich zum Imago erblicken sie erst im folgenden Frühjahr das erste Sonnenlicht. An guten Nisthilfen lässt sich das besonders schön an Arten wie der Rostroten Mauerbiene (Osmia bicornis) beobachten, die an den ersten schön warmen Frühjahrstagen an den Nisthilfen "schwärmen".

Bei den sozialen Wildbienen (z.B. den Hummeln) und Wespen (z.B. Deutsche Wespe, Sächsische Wespe, Hornisse) überwintern ausschließlich die befruchteten Königinnen, der Rest des Staates stirbt je nach Art schon im Sommer oder im Herbst. Wer im Winterhalbjahr doch ein wenig um Haus und Garten zu tun hat, kann manchmal überwinternde Wespenköniginnen finden. Diese sind anhand folgender Merkmale von toten (nicht während des Überwinterns verstorbenen) Königinnen zu unterscheiden: Die Königin wurde an einem geschützten Ort gefunden, mit Mandibeln und Fußkrallen klammert sie sich am Untergrund fest; die Flügel liegen nicht auf dem Rücken, sondern seitlich unten am Körper, auch die Fühler stehen nicht ab, sondern werden von den Vorderbeinen seitlich am Kopf angelegt. Naturliebhaber sollten diese Tiere unbedingt in Ruhe lassen und wenn möglich das Versteck bis zum Frühjahr (je nach Witterung März/April) meiden.

(Die Bilder zu diesem Blogpost zeigen eine überwinternde Königin der Deutschen Wespe Vespula germanica)

Und die Honigbiene? Die Honigbienen-Königin hat ihren Hofstaat von "Winterbienen" um sich gesammelt, der sie warm hält. Diese als Wintertraube bezeichnete Bienenkugel besteht aus besonders langlebigen Arbeiterinnen und teilweise noch einzelnen Drohnen. Im Inneren der Traube ist es gut 20-30°C warm, fängt die Königin im Spätwinter wieder mit der Eilage an, wird es sogar noch wärmer (etwa 35°C). Das Volk ernährt sich in dieser Zeit von den im Sommer gesammelten Vorräten. Natürlicherweise ist das der Honig, je nach Art der imkerlichen Tätigkeit alternativ ein Zuckersirup.

Wer unseren sechsbeinigen Mitbewohnern eine gute Zeit durch den Winter bieten will, schneidet Blütenstände des Vorjahres erst im Frühling und lässt geplant oder ungeplant "unordentliche" Ecken noch ein wenig länger unordentlich. Die Natur dankt es spätestens zur warmen Jahreszeit mit jeder Menge Gesumme und einer Vielzahl faszinierender Naturbeobachtungen.

Vespula germanica

Abgelegt unter: Biologie, Insekten, Oekologie, Biodiversität, Natur, Winter, Hymenoptera

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Diane Klüsener
Neutjenthal 1
24816 Stafstedt

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