<span class="translation_missing" title="translation missing: de.picco_blog.posts.show.featured image">Featured Image</span>

Noch einmal durchatmen

von Diane am 15. Februar, 22:30 Uhr

Es ist wieder diese Zeit im Jahr. Diese Zeit gegen Ende des Winters, in der Schwebe, kurz vor einem großen neuen Anfang. Zumindest, was das Gartenjahr angeht.

Hier im Norden scheint das Jahr ein wenig anders abzulaufen als ich es bislang gewohnt war. Es scheint mir länger kalt und trüb zu sein als beispielsweise im Ruhrgebiet oder im Bergischen Land. Der Eindruck wird dadurch verstärkt, dass es an meinem Haus sogar länger kühl ist als nur zwei Kilometer weiter im nächsten Dorf. Wenn dort Frühblüher wie Krokus, Schneeglöckchen und Blaustern schon in voller Blüte stehen, teilweise vielleicht bereits wieder vergehen, öffnen selbige in meinem Garten erst langsam und zaghaft ihre Kronblätter. Ich werde allmählich ungeduldig, möchte ins Gartenjahr starten, mich um all die Aufgaben kümmern, die mir zuweilen alle gleichzeitig durch den Kopf schwirren (Was pflanze ich dieses Jahr wo? Welche Sämlinge müssen vorgezogen werden? Schaffen sie es auf der Fensterbank, oder warte ich noch einige Wochen, bis es draußen wärmer ist und die Tage länger? Welche Beete müssen besonders vorbereitet werden? ...). Aber ich muss mich gedulden. Die Natur ist noch nicht so weit.

Die Tage hatte es noch einmal ordentlich Frost gegeben, an einem Morgen schien dazu die Sonne. Eine gute Gelegenheit, den morgendlichen Spaziergang mit Bendix ein wenig auszudehnen und die Kamera mitzunehmen. Was mir bei Frost immer besonders gefällt ist, wie er die Dinge einzurahmen scheint, ihre Konturen betont. Mit Gegenlicht wird das besonders deutlich, ist aber nicht leicht einzufangen, wenn man eigentlich nur ein paar hübschere Schnappschüsse machen will. Den einen oder anderen halbwegs gelungenen Schnappschuss möchte ich an dieser Stelle dennoch gerne mit der Welt teilen:

Kroki_im_Frost

Eichenblatt_im_Frost

Aeste_im_Gegenlicht

Fetthenne_im_Frost

Eisfläche

Ein Problem, welches mir bei solchen Foto-Spaziergängen häufig unterkommt, ist das Erkennen eines guten Motives. Oft sehe ich etwas, eine Kleinigkeit vielleicht, das mich entzückt und staunen lässt - sei es die Art, wie das Licht gerade durch den Wald scheint oder sei es ein kleines Insekt, welches auf einem Blatt ruht oder eine bestimmte Weise, wie ein Baum gewachsen ist - und ich möchte diesen wunderbaren Moment der Schönheit einfangen. Ich schicke mich also an, ein Foto aus einem passenden Winkel zu machen, manchmal sogar mit etwas unbequemen Verrenkungen oder wenig elegantem auf-dem-Waldboden-rumkriechen. Nicht selten schaue ich mir das entstandene Bild nachher auf dem Display der Kamera an und stelle fest, dass ich darauf einfach nichts Besonderes finde. Das Bild ist schnöd, nichtssagend. Ich mag etwas wundervolles entdeckt haben und es mag mich in größtes Wundern und Staunen versetzt haben - ein gutes Motiv war es aber nicht. Oft werden die Fotos schon an Ort und Stelle gelöscht.

Ganz ähnlich ging es mir an jenem Frostmorgen. Am Rande eines der Knicks entlang des Weges entdeckte ich einen in der Sonne hell leuchtenden Zweig, überwachsen mit Flechten, gespickt mit vielen kleinen Stacheln aus Eis. Die Kombination aus Flechten (immer ein Hingucker!) und Raureif war einfach umwerfend. Die dabei entstandenen Bilder, wie ich hinterher feststellte, weniger. Die künstlerischen Aspekte außen vor gelassen ist die Sache doch eine Erwähnung wert. Vielleicht ermutigt es ja eines Tages irgendjemanden, nach ähnlichen kleinen Wundern Ausschau zu halten:

Frostflechte

Abgelegt unter: Garten, Natur, Winter

  • Zurück

Diane Klüsener
Neutjenthal 1
24816 Stafstedt

  • nach oben
  • nach Hause
  • zum Blog
  • Einloggen